Private Klinik- und Krankenhausschule Kreischa
Staatlich anerkannte Ersatzschule

1. Ziele und Aufgaben

Das Ziel unserer Klinik- und Krankenhausschule im Rehabilitationszentrum für Kinder und Jugendliche besteht darin, die Wiedereingliederung des Patienten in seine Heimatschule oder in eine seinem Leistungsvermögen entsprechende Schule vorzubereiten.

Die Kinder und Jugendlichen erfahren in der Klinik- und Krankenhausschule eine in ihrer gesamten Persönlichkeit begründete Förderung. Durch individuelle Zuwendung und das Schaffen von positiven Erlebnissen sollen Selbstvertrauen und Lebensfreude gestärkt werden.

Für manche Patienten werden nach schweren Unfällen oder Krankheiten Schullaufbahnänderungen oder Regelungen zum Nachteilsausgleich sowie zur schulischen Integration notwendig. Deshalb ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit die sonderpädagogische Beratung.

2. Unterrichtsinhalte und Unterrichtsorganisation

Das Unterrichtsangebot umfasst Inhalte der Kernfächer aller Schularten und Jahrgangsstufen unter Berücksichtigung der individuellen Besonderheiten jedes Patienten.

Im Gruppenunterricht werden die Patienten in schulart- und klassenstufenübergreifenden kleinen Gruppen von ca. sechs Schülern in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch unterrichtet. Bei Bedarf wird zusätzlich Unterricht in den Fächern Geografie, Geschichte, Französisch und Russisch erteilt. Im Rahmen einer durch die Lehrkräfte angebotenen Hausaufgabenbetreuung an den Samstagen und in den Ferien können die Patienten in weiteren Fächern Aufgaben der Heimatschule bearbeiten.

Um den Aufenthalt für die Schüler bei uns effektiv zu gestalten, bitten wir die Heimatschulen um Informationen über die Unterrichtsinhalte für die Zeit des Reha-Aufenthaltes. Auf der Grundlage dieser Informationen wird für jeden Schüler ein individueller Unterrichtsplan erstellt.

Berufsschulpflichtige Patienten erhalten einen Grundlagenunterricht in Deutsch und Mathematik.

Im Förderunterricht sollen grundlegende kognitive Fähigkeiten der Patienten nach einer Hirnverletzung aktiviert und trainiert werden. Die noch vorhandenen Fertigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen werden ermittelt und durch vielfältige lehrplanunabhängige Übungen trainiert. In dieser Phase können aber ebenso, in Abhängigkeit von der persönlichen Situation des Patienten, die Stimulation der Wahrnehmungsprozesse, Schreibtraining, Gedächtnis- und Konzentrationsübungen und gegebenenfalls die Anpassung eines Computers im Vordergrund stehen. Der Förderunterricht findet in der Regel als Einzelunterricht statt und kann auch in den Ferien erfolgen.

3. Umfang des Unterrichts

Der Unterricht ist fester Bestandteil des Therapieplanes. Der Umfang richtet sich nach der Belastbarkeit des Patienten und wird mit dem behandelnden Arzt abgestimmt, wobei 12 Stunden pro Woche in der Regel nicht überschritten werden sollten. Bei längerem Unterrichtsausfall, begründet durch Krankenhausaufenthalte vor Beginn der Rehabilitation in unserer Klinik, gewährleisten wir auch in den Ferienzeiten eine schulische Förderung in den Grundlagenfächern.

4. Leistungsbewertung

Entsprechend der Schulordnung für Förderschulen wird eine Leistungsbewertung an unserer Schule nur vorgenommen, wenn dies medizinisch und pädagogisch sinnvoll und vertretbar ist. Eine Abnahme von Prüfungen ist in Zusammenarbeit mit der Heimatschule des Patienten und der zuständigen Schulbehörde möglich.

5. Ausstattung der Unterrichtsräume

Die Ausstattung der Räume wurde den Besonderheiten der möglichen Krankheitsbilder angepasst. Die Schülertische sind höhenverstellbar und neigbar. Alle Klassenzimmer sind mit moderner Computertechnik ausgestattet.

Zur Wahrnehmungsförderung für schwer betroffene Patienten steht ein Snoezelenraum zur Verfügung.

6. Interdisziplinäre Zusammenarbeit

An unserer Klinik- und Krankenhausschule arbeiten Lehrkräfte der verschiedenen Schularten sowie eine pädagogische Unterrichtshilfe, welche eine Ausbildung als Kinderkrankenschwester hat.

Die Mitarbeiter der Klinikschule nehmen an den regelmäßig stattfindenden ärztlich geleiteten patientenbezogenen Teambesprechungen teil. Dadurch ist eine individuelle Herangehensweise bei der Betreuung und Förderung der Schüler, ausgehend von den speziellen Veränderungen bzgl. der verschiedenen Krankheitsbilder, möglich. Auf diese Weise leistet der Unterricht einen wesentlichen Beitrag zur medizinischen, psychischen und sozialen Rehabilitation.